Zeitreise durch die SVH Geschichte: 1971-1980

Pendeln zwischen heutiger Landesliga und Bezirksliga

Bis ins Jahr 1970 etablierte sich der SVH in der II. Amateurliga. Dann allerdings bissen die Hansjakobstädter in den sauren Apfel des Abstiegs und mussten froh sein, ein Jahr später nicht schon wieder trauern zu müssen. In einer hochspannenden Saison brachte der SVH am letzten Spieltag Kehl-Sundheim die erste Heimniederlage bei, das 3:2 bedeutete das Happy-End einer imposanten Aufholjagd. Sechs der sieben letzten Spiele der Saison gewannen die Haslacher. Ein Streifzug durch die Spielchronik, einem gut erhaltenen Buch, dokumentiert die Rückkehr in die II. Amateurliga nach der Saison 1971/72. Mit 41:19 Punkten ließ die junge Schäck-Elf den FV Zell mit vier Zählern Vorsprung hinter sich. Hans Gutmann und Hämmerling steuerten dazu je zwölf Tore bei. „Buchstäblich in der letzten Minute fiel die Entscheidung um die Meisterschaft der A-Klasse des Bezirks Offenburg. Malldacker war in der 89. Minute der glückliche Schütze, als er nach einem Geplänkel vor dem Tor das Leder erwischte und den sehr guten Zecki im Tor der Gäste bezwang“, begann der Bericht im Offenburger Tageblatt über das 1:0 gegen den SV Gengenbach. Der SVH feierte mit folgender Aufstellung: Halter (Torwart), Hansmann (rechter Verteidiger), Zagermann (linker Verteidiger), Arnold Gutmann (rechter Läufer), Eisenmann (Mittelläufer), Heizmann (linker Läufer), Schäffer (Rechtsaußen), Nehrbass (Halbrechts), Hans Gutmann (Mittelstürmer), Hämmerling (Halblinks), Malldacker (Linksaußen) und die Auswechselspieler Vetter und Neumaier.          
Mit einem 3:1 gegen den VfB Gaggenau startete der SVH vielversprechend in die neue Spielzeit, doch in den Winter gingen die Kinzigtäler mit 9:21 Punkten und der roten Laterne. Mit einer starken Rückrunde und 24:36 Zählern sicherte der SVH aber die Klasse und spielte am letzten Spieltag beim 1:2 bei Vizemeister FV Baden-Oos mit folgender Elf: Wieber, Hansmann, Peter Heizmann, Arnold Gutmann, Udo Heizmann, Eisenmann, Hättich, Hein, Ketterer, Nehrbass, Hämmerling. Obwohl der SVH ein Jahr später 26:34 Punkte schaffte, stieg man ab. Zunächst ging das Ent­scheidungs­spiel gegen den punktgleichen FC Gernsbach in Oberkirch verloren, da jedoch Meister SV Kuppenheim den Aufstieg nicht vollbrachte, mussten auch die Gernsbacher runter. Das für lange Zeit letzte Spiel des SVH in dieser heutigen Landesliga bestritten beim 1:1 gegen den SV Mörsch: Albicker, Arnold Gutmann, Staiger, Peter Heiz­mann, Udo Heizmann, Eisen­mann, Lehmann, Falk, Hein, Nehrbaß und Hättich.               
Im ersten Heimspiel in der A-Klasse am 1. September 1974 musste der Absteiger SVH gegen den Aufsteiger SVH ein bitteres 0:3 einstecken. Das Duell zwischen den Haslachern und Hausachern verfolgten mehr als 800 Zuschauer, die zudem ein besonderes Schauspiel sahen: Beim Warmspielen brach der Querbalken eines Tores, der total verfault war, wie sich herausstellte. 20 Minute dauerten die Handwerkerarbeiten am kaputten Holz. Während der SVH die Saison als Vierter beendete, feierte Hausach um den überragenden Linksaußen Gerhard Braun den Durchmarsch. Die Rot-Weißen lösten damit 1975 die Schwarz-Weißen als fußballerische Nummer 1 im Kinzigtal ab. Das erste Tabellendrittel blieb auch in den nächsten Jahren die Heimat des „HSV vom Kinzigstrand“, wie der Vorsitzende Bernd Eisenmann den SVH im Jubiläumsheftchen zum 70. Geburtstag nannte.

Und dieser „HSV vom Kinzigstrand“ spielte nicht nur auf den Fußballplätzen im Bezirk. Geradezu legendär verliefen in den 1970er-Jahren auch die Einheiten nach dem Training. Geselligkeit war Trumpf. Gleiches galt für den Kreuz Bube und weitere seiner kleinen Pappkameraden. Das Kartenspielen, ob Skat oder andere Varianten, hielt die Kicker bis in die frühen Morgenstunden im alten Clubhaus, das an jenen Abenden und Nächten durchaus als Räumlichkeit für die Räucherfischproduktion hätte dienen können. Und Clubhauswirt Otto Fritsche griff dann auch mal gerne zur Quetschkommode. „Das alte Clubhaus war ideal zum Feiern und es herrschte eine wahnsinnig gute Stimmung, wir haben gesungen in den höchsten Tönen“, schwärmt Hans Gutmann, damals kopfballstarker Mittelstürmer des SVH. Weniger gut fiel die Laune natürlich nach Niederlagen und vor allem Niederlagen wegen schlechter Leistung aus. „Dann gab es unten im Duschraum nur kaltes Wetter vom Otto für uns“, lacht Gutmann, „und da mussten auch unsere siegreichen Gegner durch, weil es nur einen Hebel gab, und der Otto kannte kein Erbarmen.“ Zu den unvergessenen Tempeln der Ausgelassenheit zählte außerdem der Weinkeller vom „Katze Günter“, der damals seinen berühmten Edeka-Laden am Rande der Altstadt führte und als Jugendtrainer mit seinen Jungs auf dem Weg zum Auswärtsspiel schon mal einen Kunden in Schnellingen oder Bollenbach belieferte. Ein cooler VW-Kombi mit jungen Kickern, Sporttaschen und jungem Gemüse drin. Einfach köstlich.

Die Meistermannschaft der A-Klasse Offenburg, die 1971/72 die Rückkehr in die II. Amateurliga schaffte: der zweite Vorsitzende Josef Halter, Spielausschuss- vorsitzender Ewald Nehrbass, Alois Zagermann, Robert Hansmann, Norbert Hämmerling, Günther Nehrbass, Egon Staiger, Hans Gutmann, Peter Eisenmann, Udo Heizmann, Trainer Frieder Schäck und Vorsitzender Franz Krämer sowie Martin Schaeffer (unten von links), Rudi Kriesch, Bruno Halter, Arnold Gutmann und Werner Vetter.

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